Schriftarten zur Materialerstellung

Schriftarten zur Materialerstellung

Welche Schriftart für gedruckte Texte verwenden wir in der Schule?

Keine Frage, als geübte Leser sind wir die klassischen Buchschriften (Garamond oder ähnliche) aus dem 16. Jahrhundert gewohnt. Sie sind unübertroffen und wir wünschen uns als Leser nichts anderes.

Aber in der Schule haben wir es mit Leseanfängern zu tun und wir achten auf die Bedürfnisse von legasthenen Menschen, bei denen die Lesbarkeit von Schrift anderen Gesichtspunkten folgt.

Die Fibel-Verlage haben darauf reagiert und bieten eine serifenlose Schulschrift entsprechend der verbreiteten ersten Druckschrift. Dabei ist diese Schrift unter typographischen Gesichtspunkten weder schön noch gut lesbar. Für PC-Anwender ist sie zudem aus Lizenz-gründen nicht ohne Weiteres verfügbar.

Aus den Anfangszeiten der Windows-Computer kennen wir die Arial. Sie war die Lösung für das Problem schlecht auflösender Monitore. Viele Jahre lang hat diese unschöne Schriftart mit ihrem viel zu geringen Zeilendurchschuss das Schriftbild dominiert und unsere Lesegewohnheiten verändert. Die serifenlose „Grotesk“, die ursprünglich tatsächlich als grotesk empfunden wurde und lediglich für Schlagzeilen, aber niemals für Fließtext verwendet wurde, war zur Normalität geworden.

Typographen haben aufgeatmet, als 2007 mit neuen Windowsversionen die Calibri als Standard mitgeliefert wurde. Sie taugt bis heute gut als Brotschrift bei unseren Sehgewohnheiten.

Für unsere schulischen Zwecke haben wir jedoch besondere Kriterien:

  • serifenlosFibel-a (statt Buch-a)
  • keine Spiegelungen d/b; q/p (jeder Buchstaben sollte seine eigene Form haben, sonst sind sie für legasthene Menschen verwirrend)
  • Buchstabenstriche lang genug (bei b, d, p, q, h, k zur besseren Unterscheidung)
  • l mit Bögchen zur Unterscheidung vom großen I
  • Schriftweite / Wortabstand
  • Schrifthöhe / Mittel-, Ober-, Unterlänge (Proportionen innerhalb einer Buchstabenhöhe)
  • Grauwert (bei Fließtext)
  • Zeilenabstand (kann aber individuell eingestellt werden)

 

Welche Schriftarten eignen sich besonders?
Wo sind sie erhältlich?

Der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie hat dazu eine außerordentlich hilfreiche Broschüre herausgegeben. Hier werden geeignete Schrift-Fonts vorgestellt und besprochen:
www.legasthenie.at/broschure-schriftarten-fur-legasthene-menschen

In Anlehnung daran möchte ich für schulische Zwecke (Materialherstellung) besonders die Schrift „AbeeZee“ empfehlen.

Download: http://goo.gl/Xu9S6

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